Geschichte

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LKH-Univ. Klinikum Graz und der
Universitätsklinik für Neurologie

Im Jahre 1788 wurde von Kaiser Josef II. das Allgemeine Krankenhaus mit 80 Betten in der Paulustorgasse gegründet. Aus Platzmangel wurde das heutige Gelände 1890 für den Neubau des Landeskrankenhauses Graz angekauft und am 12. Mai 1912 als größtes und modernstes Krankenhaus Europas in Betrieb genommen. Im Jahr 1913 betrug der Bettenstand 1.640, wobei die jährlich ca. 24.000 stationär aufgenommenen PatientInnen von 650 MitarbeiterInnen versorgt wurden.

 
Auenbruggerplatz
Namensgeber für die Adresse war der Grazer Arzt Leopold Auenbrugger. Als Sohn eines Wirtes 1722 in Graz geboren, studierte er Medizin in Wien. Er gilt als Begründer der Perkussion (ärztliche Untersuchung durch Abklopfen des Brustkorbes), die nach seinem Tod 1809 in Vergessenheit geriet, seit Mitte des 19. Jahrhunderts aber wieder unabdingbar zur ärztlichen Untersuchung gehört.
 
Entwicklung der Neurologie
Die Grazer Neurologische Schule und die Wurzeln der derzeitigen Universitätsklinik für Neurologie lassen sich auf eine gemeinsame psychiatrisch-neurologische Klinik zurückführen. Diese wurde im
Jahre 1872 von Krafft-Ebing gegründet und war ursprünglich in der Heilanstalt im Feldhof (heute Landesnervenklinik Sigmund Freud) angesiedelt. Dort wirkte ab 1889 auch Julius Wagner von Jauregg, der später (1927) für die Entdeckung der Malariatherapie zur Behandlung der Neurosyphilis mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wurde. Im Jahre 1907 erfolgte die Übersiedlung in das Landeskrankenhaus Graz, wo die psychiatrisch-neurologische Universitätsklinik im Gebäude der heutigen Universitätsklinik für Neurologie untergebracht wurde. Über die nachfolgenden Jahrzehnte erfuhren beide Fachbereiche eine intensive und wechselhafte Entwicklung, die aufgrund neuer Erkenntnisse und Gegebenheiten auch die Notwendigkeit einer weiteren Spezialisierung und Fächertrennung nach nationalem und internationalem Vorbild klarmachte. So wurde die Klinik mit
1. Juni 1990 geteilt und jeweils eine Universitätsklinik für Neurologie und eine Universitätsklinik für Psychiatrie errichtet. Anfang 2003 übersiedelte die Universitätsklinik für Psychiatrie schließlich in ein neu adaptiertes Gebäude, die vormalige Lungenabteilung Rekheim, um dem Raumbedarf beider Kliniken Rechnung zu tragen. Im Jahr 2004 wurde im Rahmen des LKH-2000-Projektes dann mit der Neugestaltung des Klinikgebäudes begonnen, welche Ende 2009 abgeschlossen sein soll. Die bisherigen Lehrstuhlinhaber und Vorstände der psychiatrischen-neurologischen Universitätsklinik und ab 01. 06. 1990 der Universitätsklinik für Neurologie sind nachfolgend aufgelistet:
 
1870 - 1872 Josef Czermak  (1825 - 1872)
1873 – 1889 Richard von Krafft-Ebing  (1840 - 1902)
1889 – 1893 Julius Wagner von Jauregg  (1857 - 1940)
1894 – 1905 Gabriel Anton  (1858 - 1933)
1907 – 1935 Friedrich Hartmann  (1871 - 1937)
1935 – 1936 Heinrich di Gaspero  (1875 - 1961)
1936 – 1938 Otto Kauders  (1893 - 1949)
1940 – 1945 Otto Reisch  (1891- n.e)
1946 – 1954 Wolfgang Holzer  (1906 - 1980)
1954 - 1964  Hans Bertha (1901 - 1964)
1964 – 1968 Erich Pakesch  (1917 - 1979)
1968 - 1971 Herbert Reisner (1912 - 1974)
1971 – 1995 Hellmuth Lechner  (1927 - 2006)
1990 - erfolgte die Teilung in eine Neurologische
und eine Psychiatrische Universitätsklinik
1990 – 1995 Hellmuth Lechner  (1927 - 2006)
1995 – 1997 Erwin Ott
1997 – 1999 Hans-Peter Hartung
1999 – 2008 Erwin Ott
 
Universitätsklinikum
Das LKH-Univ. Klinikum Graz ist seit November 2002 ausschließlich ein Universitätsklinikum mit allen Fachrichtungen der medizinischen Versorgung, Forschung und Lehre. Die ehemals landschaftlichen Abteilungen sind in das LKH Graz West übersiedelt. Mit Gründung der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft m. b. H. Anfang des Jahres 1986 zeigte sich, dass
der Trend der Medizin zu mehr diagnostischen und therapeutischen Methoden eine Erweiterung der
Räumlichkeiten notwendig machte. Mit dem Projekt „LKH 2000“ wurde das Ansinnen verwirklicht, weniger Betten und dafür einen höheren Qualitätsstandard für die PatientInnen zu schaffen.
Der Neubau des Krankenhauses in Graz West mit 280 Betten wurde in Angriff genommen. Somit kam es erstmals in der Geschichte des Landeskrankenhauses Graz zur Trennung der landschaftlichen
Bereiche vom Universitätsklinikum. Mit einem Gesamtbudget von ca. 680 Millionen Euro folgte das größte Bauprojekt der Steiermark. Zielplanung war es, maximal 4-Bett-Zimmer in der allgemeinen Klasse sowie maximal 2-Bett-Zimmer in der Sonderklasse zu erreichen. Die Anhebung der Gesamtnutzfläche auf 40 m2 pro Bett ermöglichte eine noch bessere Pflege- und Versorgungsqualität
sowie individuellere Betreuung. Das LKH-Univ. Klinikum Graz bietet Ihnen medizinische Spitzenleistung in Verbindung mit zeitgemäßem Hotelkomfort.
 
 


 

 

Letzte Aktualisierung: 17.01.2012