Schlaganfall

Schlaganfall und andere Formen vaskulärer Erkrankungen von Gehirn und Rückenmark stellen traditionell einen Forschungsschwerpunkt der Klinik dar. Dabei reicht der Bogen wissenschaftlichen Arbeitens von der Diagnostik über die Therapie bis hin zur Rehabilitation.

Im Bereich Diagnostik liegt das Augenmerk sowohl auf den akuten wie den chronischen gefäßbedingten Hirnveränderungen und den Schäden an den Gefäßen selbst. Während es in der Akutphase eines Schlaganfalls wichtig ist zu klären, welche diagnostische Information zu welchem Zeitpunkt für das therapeutische Management überhaupt wichtig ist, konnten in Bezug auf chronische gefäßbedingte Gehirnschäden die dafür relevanten Marker in den letzten Jahren überhaupt erst identifiziert werden. Einen wesentlichen Beitrag dazu liefert die Magnetresonanztomographie (MRT), die solche Schäden in Form von Signalveränderungen der weißen Hirnsubstanz und kleinen Parenchymuntergangsbezirken nachweisen lässt. In der Leukoaraiosis and Disability (LADIS) Studie, an der die Klinik federführend für den MRT Bereich beteiligt war, konnte erstmals prospektiv gezeigt werden, dass derartige chronische vaskuläre Gehirnschäden mit einem signifikant höheren Risiko der Entwicklung von kognitiver Einschränkung, Gangstörungen und psychischen Veränderungen sowie ganz allgemein von Behinderung einhergehen. Diese Zusammenhänge wurden und werden durch Ergebnisse der an der Klinik  von Prof. Schmidt (Leiter der Klinischen Abteilung für Neurogeriatrie) geleiteten „Austrian Stroke Prevention Study“ (ASPS) ergänzt und unterstützt. In diesem Zusammenhang hat die Klinik auch zur Entdeckung und Aufklärung alter Mikroblutungen im Gehirn als Zeichen erhöhter Gefäßfragilität beigetragen.  Neben den Kleingefäßerkrankungen ist der Schlaganfall in jüngerem Alter ein weiteres Forschungsanliegen der Klinik auf dem Gebiet der Schlaganfalldiagnostik geworden. Ein großes internationales Projekt in diese Richtung war zuletzt das „Stroke In young FAbry Patients“ (SIFAP) Projekt.

Besonderes wissenschaftliches Augenmerk richtet sich natürlich auch auf die Evaluierung und Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze beim Schlaganfall. Neben der Teilnahme an multizentrischen internationalen Therapiestudien  konzentriert sich die Forschung in diesem Bereich besonders auf die Möglichkeiten der Gefäßrekanalisation sowohl in der Akutphase als auch im Rahmen der Sekundärprophylaxe. Maßgeblich für die erfolgreiche wissenschaftliche Bearbeitung dieses Bereiches sind die enge Zusammenarbeit mit der Klinischen Abteilung für Neuroradiologie sowie der Klinischen Abteilung für vaskuläre und interventionelle Radiologie der Univ. Klinik für Radiologie der MUG, der Klinischen Abteilung für Gefäßchirurgie der Universitätsklinik für Chirurgie sowie eine breite internationale Vernetzung.

Ein weiterer wichtiger Forschungsaspekt der letzten Jahre war das Bemühen um ein verbessertes Verständnis und die Möglichkeit zur Voraussage funktioneller Wiederherstellung nach einem Schlaganfall, wovon auch neue Impulse für die Neurorehabilitation erwartet werden. Hier hat vor allem die funktionelle MRT (fMRT) neue wissenschaftliche Forschungsmöglichkeiten eröffnet. 

All diese Forschungsbemühungen erfolgen in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit den Forschungseinheiten der Klinik sowie mit der Klinischen Abteilung für Neurogeriatrie.


Rezente Publikationen
Letzte Aktualisierung: 21.01.2014