Neuronale Plastizität und Reparatur

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Das Gehirn kann lernen – das hilft uns nicht nur ein Leben lang in der Bewältigung neuer Situationen, sondern auch wenn Funktionen dieses wichtigen Organs durch Zerstörung ausfallen. In welchem Ausmaß und auf welche Weise derartige Lernprozesse – oder im Falle der Schädigung besser: „Umlern“prozesse - genau stattfinden, ist jedoch weitgehend unbekannt. Die Entwicklung neuer Verbindungen zwischen Nervenzellen und ihre „Umorganisation“ (Faktoren der so genannten neuronalen Plastizität) sowie Zellreparatur und Zelldifferenzierung helfen Verletzungen des Nervensystems zu kompensieren. Gezieltes Üben verloren gegangener Funktionen (Neurorehabilitation) wirkt über diese Mechanismen. Was dabei genau geschieht, kann auf verschiedene Weise gemessen und im Gehirn vor allem auch durch die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT), diffusionsgewichtete Bildgebung (DTI) oder voxelbasierte Morphometrie (VBM) - abgebildet werden.
 
Gezielte zusätzliche Förderung von Plastizität und Reparatur erscheint notwendig und grundsätzlich möglich, ist bisher in der klinischen Anwendung allerdings noch nicht etabliert. Das Forschungsziel der Forschungseinheit “Neuronale Plastizität und Reparatur” besteht deshalb darin, zuerst die Mechanismen der funktionellen Wiederherstellung nach Schädigungen des Nervensystems besser zu ergründen. Gleichzeitig sollen auch Auswirkungen neurorehabilitativer oder medikamentöser Maßnahmen evaluiert und basierend auf den resultierenden Ergebnissen optimiert werden. Dies beinhaltet auch Aussagen zu individuellen Erfolgschancen einer Behandlung und zur personalisierten Therapieanpassung. Das mittelfristige Ziel unserer Forschungsbemühungen besteht schließlich in der Entwicklung neurobiologisch fundierter Trainingstechniken sowie neuer Therapieansätze zur Förderung neuronaler Plastizität und Reparatur.
Obigen Fragestellungen wird besonders intensiv bei Schlaganfall, Multipler Sklerose und neurodegenerativen Erkrankungen unter bevorzugter Anwendung moderner
bildgebender Verfahren nachgegangen, wobei auch alterungsbedingte Änderungen in der Funktion des Gehirns Beachtung finden.
 
 
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Letzte Aktualisierung: 01.10.2014